Rätsel der Wissenschaft

Rätsel der Wissenschaft

Der STANDARD-Podcast über die ungeklärten Fragen der Menschheit

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00:00:03: Dieser Podcast ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung.

00:00:11: Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Standard.

00:00:39: Willkommen bei Inside Science – einer Spezialausgabe des Standard-Podcasts Rätsel der Wissenschaft!

00:00:46: Ich bin David Renert.

00:00:47: Und ich bin Tanja Praxler, wir sprechen jeden zweiten Mittwoch über die ganz großen und ganz kleinen Mysterien in unserem Universum.

00:00:56: Heute geht es bei uns um Verständigung der anderen Art.

00:01:00: Wir sprechen über die faszinierende Kommunikation der Elefanten Die weitaus vielfältiger abläuft als wir es wahrnehmen.

00:01:07: Wie können wir die Elefantensprache dennoch entschlüsseln?

00:01:10: Und warum ist das wichtig?

00:01:12: Wenn wir über Kommunikation sprechen, gehen wir fast automatisch von unseren eigenen Sinnen aus.

00:01:18: Wir hören in einem begrenzten Frequenzbereich sehen nur einen sehr kleinen Ausschnitt des Lichtspektrum und erleben die Welt überwiegend visuell und akustisch.

00:01:31: Für die Biologie ist das eine grundlegende Einschränkung weil unsere Wahrnehmung natürlich kein neutraler Maßstab für andere Arten ist.

00:01:41: Das gilt auch für die größten landlebenden Tiere unserer Zeit.

00:01:46: Elefanten – sie leben in einer Sinneswelt, die sich in zentralen Punkten von unserer unterscheidet.

00:01:53: Sie kommunizieren nicht nur mit Lauten, die wir hören sondern auch mit sehr tiefen Schwingungen und Gerüchen und Berührungen.

00:02:02: Diese Signale greifen ineinander und bilden ein zusammenhängendes Kommunikationssystem.

00:02:09: Wir Menschen hören die Welt in einem relativ schmalen Ausschnitt.

00:02:13: Zwischen ungefähr zwanzigundzwanzigtausend Herz liegt der Bereich, in dem sich unsere akustische Wirklichkeit abspielt.

00:02:21: Alles was drunter ist nennen wir Infraschall – alles was darüber liegt ist der Ultraschal und beides geht an uns vorbei!

00:02:29: Ein wichtiger Teil der Elefanten-Kommunikation läuft im Infraschlag ab vor allem über sogenannte Rumbles das sind sehr tieffrequente Laute.

00:02:41: Die Schwingungen auslösen könnte man sagen, tieffrequente Schwingung, die sich über mehrere Kilometer ausbreiten können sowohl durch die Luft als auch über den Boden.

00:02:51: Für Elefanten gehören Infraschalllaute und somit auch seismische Signale zum Austausch mit Artgenossen – für uns sind sie nur mit Messgeräten erfassbar!

00:03:01: Die Elefantenkommunikation ist aber noch viel komplexer.

00:03:05: wie die meisten Tiere und auch wir Menschen kommunizieren sie multimodal, sie teilen sich über mehrere Sinneskanäle mit.

00:03:14: Bei Elefanten ist das System aber besonders reichhaltig.

00:03:18: Sie verbinden laute Bodenschwingungen, Gerüche und Berührungen in einem sehr fein abgestimmten System.

00:03:25: Das macht die Tiere wissenschaftlich sehr interessant Ist aber gleichzeitig eine große Herausforderung für die Forschung.

00:03:33: Die Biologin und Expertin für Bioakustik Angela Stöger beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Elefanten-Kommunikation.

00:03:40: Sie ist Professorin an der Universität Wien, und zählt zu den weltweit renommiertesten Elefantenforscherinnen.

00:03:47: Unter anderem hat sie auch ihre Forschungsergebnisse in dem Buch «Elefanten», ihre Weisheit, ihre Sprache zwanzig vierundzwanzig zum österreichischen Wissenschaftsbuch des Jahres in der Kategorie Naturwissenschaft gewählt wurde.

00:04:04: Wir haben Angela Stöger gefragt, was sie an der Kommunikation der Elefanten am meisten fasziniert?

00:04:11: Uns wirklich schwer zu sagen... Was ganz großartig ist die Andersartigkeit während Sie gleichzeitig uns in vielen Dingen auch so ähnlich sind.

00:04:19: aber das Sinne wie Elefante die Welt wahrnehmen das bleibt uns ein bisschen verborgen Und das finde ich ganz besonders, wie sie sehen.

00:04:30: Also es kann man natürlich auf alle Tiere auslegen aber wir sehen Elefanten in dem Fall die Welle.

00:04:35: Wie nehmen Sie sie wahr?

00:04:37: Einerseits sich sagt jetzt, wie sehen Sie die Welt?

00:04:39: Das natürlich auch.

00:04:40: Wir sehen anders als wir nicht ganz so gut.

00:04:42: Aber zu nehmen ihre Umwelt, so stelle ich mir das vor geruchlich hauptsächlich auch wahr.

00:04:47: Die haben ein geruchliches Abbild ihrer Umwelt einfach weil sie einen der die gut ausgeprägten olfaktorischen Sinn haben.

00:04:54: Und dann natürlich auch die Akustik interessiert mich ganz generell bei Tieren.

00:04:59: Wie funktioniert hier diese akustische Kommunikation?

00:05:02: Was teilen Sie sich mit, wo gibt es die Ähnlichkeiten und die Unterschiede zu anderen Tieren oder auch zu unserer

00:05:07: Sprache?".

00:05:08: Angela Stöger beschreibt Elefanten als gleichzeitig vertraut aber auch fremd.

00:05:14: Sozial ihnen und sie schon ziemlich.

00:05:16: sie leben in stabilen Gruppen zeigen langfristige Bindungen und differenzierte Emotionen Aber Ihre Wahrnehmung funktioniert anders, sie ist einfach anders gewichtet.

00:05:27: Während wir visuell orientiert sind strukturieren Elefanten ihre Umwelt zusätzlich stark über Geruch und eben auch über tieffrequente Schwingungen.

00:05:39: Für die Forschung ist das klarerweise eine Herausforderung.

00:05:42: Wer nur die Akustik untersucht erfasst nur einen kleinen Teil des Systems.

00:05:48: Ein Laut kann ja durch eine bestimmte Körperhaltung ergänzt werden.

00:05:51: Ein Geruch kann eine akustische Information verstärken.

00:05:55: Eine Berührung kann soziale Nähe signalisieren, auch wenn kein Laut dabei fällt.

00:06:01: Kommunikation ist sicherlich immer multimodal.

00:06:03: Auch bei uns Menschen, wir kommunizieren sehr viele öde Sprache aber dann gehst du kollegisch dazu oder einer mehr oder andere weniger und vor allem auch unsere Mimik ist da ganz wichtig und ich glaube das sind wir ja oft wenn wir eine E-Mail schreiben.

00:06:16: Das kann mal sehr leicht falsch aufgefasst werden im Ton, eventuell anders aufgefasst werden als man es meint.

00:06:23: Also diese Multimodalität ist schon sehr wichtig und das ist bei Tieren oder auch bei Lefanten genauso.

00:06:29: die haben einfach ein bisschen verschoben.

00:06:32: Das Schwierige beim Erforschen ist natürlich wir Forscher sind meistens spezialisiert auf eine Modalität.

00:06:37: Es ist bei mir ein bisschen diakustik.

00:06:39: ein anderer kann mit den chemischen Signalen sehr gut Und das ist wirklich eine Herausforderung, weil lange Zeit konzentriert man sich einfach auf das was man kann.

00:06:47: Auf das wofür man das Geld hat, das Equipment hat und das Know-how hat.

00:06:51: Da ist einfach Kooperation ganz wichtig!

00:06:53: Weil es in der Forschung essentiell ist.

00:06:56: Da merkt man schnell wie komplex die Erforschung tierischer Kommunikation ist.

00:07:01: Wie können wir Bedeutungsausdrücke erkennen?

00:07:05: Die mit unseren Sinnen ja gar nicht erfassbar sind.

00:07:09: Zum Klub gibt es da viele innovative Ansätze und auch künstliche Intelligenz kommt dabei immer mehr zum Einsatz.

00:07:28: Kommunizieren die Dikäuter jetzt eigentlich miteinander?

00:07:32: Gehen wir das noch einmal durch!

00:07:33: Auf der akustischen Ebene unterscheiden Forschende bei der Elefanten-Kommunikation grob zwischen den höherfrequenten Lauten wie Rompeten, und den sehr tiefen Rumbles.

00:07:44: im Infraschallbereich Trompierten pritt häufig in Momenten hoher Erregung auf, bei Bedrohungen wenn Konkurrenz zwischen Tieren besteht aber auch bei intensiver Freude oder wenn sich Elefanten die sich kennen nach langer Zeit wiedersehen.

00:07:59: Rumble sind vielseitiger und vermutlich noch wichtiger für das alltägliche sozial lebende Elefante.

00:08:06: sie dienen als Kontaktrufe, als Koordinationssignale innerhalb der Herde und als Ausdruck emotionaler Zustände.

00:08:15: Ihre physikalische Eigenschaft, nämlich lange Wellenlängen ermöglicht es ihnen sich sogar über mehrere Kilometer auszubreiten.

00:08:24: Entscheidend ist aber dass diese Laute nicht isoliert für sich stehen.

00:08:29: ein Rumble wird eben oft von einer bestimmten Körperhaltung von einem Blick in eine gewisse Richtung oder einen spezifischen Bewegungsmuster begleitet.

00:08:38: die Bedeutung entsteht also aus der Kombination von Laut und Verhalten.

00:08:43: Neben der Luftakustik spielt eben auch da Boden eine Rolle dabei, weil die tiefen Rambles erzeugen Schwingungen, die sich durch den Untergrund fortpflanzen.

00:08:54: Und das ist wirklich spannend!

00:08:56: Elefanten verfügen an ihren Füßen über Sinneszellen, spezielle Sinneszellen mit denen sie eben solche Vibrationen besonders gut wahrnehmen können.

00:09:05: Die Ramblers sind also eine Art seismische Kommunikation und die Elefante hören ein bisschen mit ihren Beinen.

00:09:12: Für die Forschung ist das besonders schwer zu erfassen, weil man empfindliche Sensoren im Boden benötigt und gleichzeitig das Verhalten der Tiere beobachten

00:09:21: muss.

00:09:22: Es gibt aber Hinweise, dass Elefanten auf entfernte Signale reagieren – selbst wenn der Luftschall kaum mehr wahrnehmbar ist!

00:09:31: Und apropos wahrnehmbar, Elefanten haben einen der leistungsfähigsten Geruchssinne aller Landzeugetiere.

00:09:40: Über Gerüche können sie individuelle Identität, Verwandtschafts-, Stresszustände oder auch Paarungsbereitschaft erkennen.

00:09:48: Ein wichtiges Beispiel ist das Segret Temporin – dass aus den Schlefen Drüsen der Tiere austritt wenn ein Elefant erregt und gestresst ist.

00:09:59: Dieses Signal ist für Artgenossen deutlich wahrnehmbar und ergänzt die akustische Kommunikation

00:10:06: Und natürlich ist auch die Körpersprache ein zentraler Bestandteil der Elefanten-Kommunikation.

00:10:11: Die Stellung der Ohren, Rüsselbewegungen, die Körperhaltung insgesamt transportieren Informationen über die Stimmung und die Absicht eines Tiers.

00:10:21: Die breitste Ohren zum Beispiel können Erregung anzeigen oder als Drohung interpretiert werden – angelegte Ohren deuten eher auf Entspannung hin!

00:10:31: Auch Berührungen spielen eine besonders große Rolle im sozialen Kontext.

00:10:35: Wenn sich Tiere nach einer langen Trennung wiedersehen, berühren sich Elefanten sehr intensiv mit ihren Rüsseln.

00:10:42: Sie riechen aneinander und umschlingen sich teilweise – das kann mehrere Minuten dauern deutlich länger als menschliche Begrüßungsrituale zumindest bei den meisten Menschen!

00:10:52: Wenn wir über Tierkommunikation sprechen, landen wir zwangsläufig bei der Frage nach Intelligenz denn Kommunikation ist ja viel mehr als bloße Lautproduktion.

00:11:03: Sie setzt Wahrnehmung, Informationsverarbeitung und kognitiver Flexibilität voraus.

00:11:09: In der Verhaltensbiologie ist der Begriff Intelligenz jedoch problematisch weil er stark von menschlichen Maßstäben geprägt ist.

00:11:18: Wir Menschen neigen dazu Fähigkeiten als intelligent zu bewerten die unseren eigenen Ähneln.

00:11:24: Visuelle Problemlösungen Werkzeugebrauch oder symbolisches Denken fallen darunter.

00:11:31: Das wirkt aber die Gefahr, wenn wir Tiere nach diesen Maßstäben beurteilen, dass wir sie unterschätzen.

00:11:37: Wenn ihre Stärken vielleicht in ganz anderen Sinnesbereichen liegen als unsere – etwa im Geruch, in der Akustik oder in der Wahrnehmung von Bodenschwingungen.

00:11:47: Elefanten sind genau dafür ein sehr gutes Beispiel!

00:11:50: Sie besitzen ein großes komplex strukturiertes Gehirn, ein ausgeprägtes Langzeitgedächtnis und ein vielschichtiges Sozialleben.

00:12:00: Gleichzeitig sind viele ihrer kognitiven Leistungen nicht vorwegend visuell organisiert, sondern allfaktorisch, akustisch und taktil.

00:12:09: Dass es schwer ist sie mit klassischen Tests der Tierkognition zu erfassen", sagt Angela Stöger.

00:12:17: Ich glaube, dass wir halt ein bisschen offener sein müssen.

00:12:20: Wir gehen immer von unserer Intelligenz aus.

00:12:23: Ja, wir Menschen sind natürlich sehr intelligent und wir sind kognitionsmäßig vielen Arten überlegen aber es gibt ja auch Dinge die wir nicht können, die viele Tiere schaffen.

00:12:32: ich kann zum Beispiel nicht einfach klicken und dann mir einen Nachtfalter erfangen was die Fledermaus gut kann.

00:12:40: Also ich glaube, Tiere sind halt sehr gut angepasst und ein großes Gehirn und viel Leistung erfordert viel Energie.

00:12:47: Und wenn das Tier jetzt eventuell diese gewissen Leistungen gar nicht braucht um zu überleben dann wird sie auch nicht entwickeln.

00:12:55: also Intelligenz ist natürlich sehr vermenschlicht.

00:12:58: es heißt eben auch nicht dass wenn Systeme anders funktionieren dass sie deswegen nicht komplex sind.

00:13:04: Die funktionieren halt einfach gut für das, so wie sie angepasst sind und wofür die Tiere sie brauchen.

00:13:11: Nichtsdestotrotz zeigen eigentlich immer wieder neue Forschungsergebnisse, die mehr kommen dass Tiere doch in der Lage sind auch als das was wir Menschen also Intelligenzmerkmale erkennen, dass viele viele Tiere das durchaus auch zeigen.

00:13:23: Wir müssen die Tiere zum Teil nur richtig testen oder richtig fragen dieses typische Spiegel-Experiment was man ja auch mit diesen Selbstbewusstsein, mit den Bewusstseinen von ich assoziiert.

00:13:36: Das klappt natürlich besser mit Tieren die wirklich so visuell orientiert sind wie wir Menschen.

00:13:41: Wenn das jetzt primär geruchlich funktioniert ist der Spiegelgläst vielleicht nicht zu aussagekräftig.

00:13:47: also ich glaube dass es halt auch die Schwierigkeit ist.

00:13:49: Nichtsdestotrotz verblüffend Tiere habe ich erst gelesen Eine Co-Werkzeug benutzt, um sich zu kratzen.

00:13:55: Also ich glaube es kommen immer wieder Ergebnisse heraus wo wir denken oh das hätte man nicht gedacht oder bis jetzt einfach in er nicht

00:14:01: zugetraut.".

00:14:02: Der Spiegeltest den Angela Stöger anspricht ist ein besonders prominentes Experiment in diesem Zusammenhang.

00:14:09: dabei wird einem Tier einen farbiger Fleck auf das Gesicht gemalt denen es nur sehen kann wenn es in den Spiegl blickt.

00:14:17: Berührt dieses Tier jetzt beim Blick in den Spiegel gezielt die Markierung am eigenen Körper, im eigenen Gesicht?

00:14:23: Dann interpretieren Forschende das als Hinweis auf Selbstwahrnehmung.

00:14:28: Die meisten menschlichen Kinder bestehen diesen Test mit eineinhalb bis zwei Jahren.

00:14:33: Man muss auch sagen dass nicht jeder Schimpanzer durch den Spiegeltest durchkommt.

00:14:37: also das ist auch noch eine gewisse Prozentzahl und es ist eben ein sehr menschlich orientierte Test.

00:14:43: Also ich glaube Generell bin ich der Meinung, dass jedes Tier ein gewisses Ich-Bewusstsein hat.

00:14:50: Und ich würde das an einem Tier jetzt nicht von vornherein absprechen, weil es diesen einen Test nicht schafft.

00:14:55: Intelligenz ist ja auch mehr als eine Frage nach dem ich bei Elefanten.

00:15:01: Ist das Gedächtnis ein ganz zentraler und bekannter Aspekt Ihrer Kognition?

00:15:06: Die Tiere sind in der Lage sich sehr lange an Begegnungen zu erinnern – an die laute individuelle Artgenossen und über Jahre hinweg.

00:15:16: eigentlich können sie sich solche Dinge merken.

00:15:19: Und dieses Gedächtnis ist im Eng an ihr Sozialleben gekoppelt, es hilft ihnen dabei über lange Zeiträume ihre Beziehungsnetzwerke aufrecht zu erhalten.

00:15:29: Wer gehört zur eigenen Familie?

00:15:31: Wer ist vertraut?

00:15:32: Wer is fremd oder vielleicht irgendwann einmal bedrohlich oder gefährlich gegenüber einem Aufgetreten?

00:15:39: ohne diese Erinnerungsleistungen Wird die soziale Organisation der Elefanten kaum möglich?

00:15:45: Also man hat schon gezeigt, dass sie die Laute von vielen Individuen erkennen.

00:15:49: Das gab es mal in einer Studie, das glaube ich schon zweitausend gewesen war, wo einfach die festgestellt haben auf Grundtagspermente, dass ein Elefantenweibchen rund hundert lauter individuell erkennen kann.

00:16:01: also Sie brauchen ein sehr großes Netzwerk weil gerade die akustische Kommunikation geht viel über größere Distanzen und da muss man sich schon merken Wer es wäre, gehört ja zu mir.

00:16:12: Kenne ich den?

00:16:13: Kenne nicht!

00:16:15: Das Erinnerung und das Einteilen von Informationen oder das Zusammenbringen mit dem sozialen Netzwerk besteht ist sehr wichtig für

00:16:26: Elefanten.".

00:16:27: Eine andere wichtige Frage ist ob Elefantens so etwas wie eine emotionale Grammatik besitzen – also erkennbare Muster wie Gefühle in Lauten- und Gesten ausgedrückt werden.

00:16:39: In der menschlichen Sprache vermitteln wir Emotionen nicht nur durch Worte, sondern auch durch Tonhöhe, Lautstärke und Tempo unserer Stimme.

00:16:49: Ähnliches lässt sich auch bei Elefanten beobachten – bestimmte Lauttypen treten häufiger in erregten Situationen auf während ruhigere Rumbles eher mit entspannterem Sozialkontakt verbunden sind.

00:17:04: Emotion ist also hier akustisch kodiert, aber nie allein sondern immer zusammen mit anderen Ausdrucksweisen wie Körperhaltung und chemischen Signalen.

00:17:16: Elefanten sind überhaupt recht emotionale Tiere.

00:17:19: Angela Stöger beschreibt in ihrem Buch Wie Elefanden auf traumatische Erlebnisse oft langfristig reagieren.

00:17:25: bestimmte Geräusche Gerüche oder auch Orte können dabei als Träger wirken und starke Stressreaktionen bei den Tieren auslösen, ganz vergleichbar mit posttraumatischen Belastungsreaktionen von Menschen.

00:17:38: Bemerkenswert ist, dass diese Erinnerung oft sensorisch verankert ist – also eben ein Geruch, ein bestimmter Laut kann schon genügen um eine starke emotionale Reaktion hervorzurufen selbst wenn das ursprüngliche Ereignis schon Jahre zurückliegt!

00:17:55: Außerdem sind Elefanten sehr soziale Tiere und in der Gruppe ist Kommunikation natürlich das A und O. Elefante Herden sind häufig materiell organisiert, das bedeutet nicht dass eine Materialienautorität befiehlt sondern dass ältere erfahrene Weibchen eine Leitfunktion übernehmen.

00:18:16: Entscheidungen entstehen durch Signale und Koordination – nicht durch Zwang!

00:18:22: Ein typisches Beispiel ist der Aufbruch von einem Wasserloch, also wenn sich die Herde wieder in Gang setzt.

00:18:29: Die Materialien signalisiert wiederholt ihre Absicht durch Blickrichtung Ohrenbewegungen und tiefe Rumbles –

00:18:38: und

00:18:38: wartet bis sich die gesamte Gruppe orientiert hat.

00:18:43: Erst wenn alle Tiere bereit sind, setzt sich dieHerde gemeinsam in Bewegung.

00:18:48: Das minimiert Konflikte innerhalb der Gruppe und stellt sicher, dass Jungtiere oder schwächere Individuen nicht zurückgelassen

00:18:55: werden.

00:18:56: Elefanten können zwar ziemlich laut werden – sie sind aber auch sehr geduldig und fürsorglich!

00:19:12: Wie überall in der Wissenschaft hat sich auch bei der Erforschung der elefanten Kommunikationen in den letzten Jahren viel getan – auch dank neuer technischer und methodischer Möglichkeiten.

00:19:23: Während in der frühen Phase der Bioakustik Einzelne Tonaufnahmen manuell analysiert wurden, arbeiten Forschende mittlerweile mit kontinuierlichen Langzeitaufzeichnungen.

00:19:35: Mikrofone zeichnen über Monate hinweg die akustische Aktivität ganzer Landschaften auf und ergänzt werden diese Daten durch Video-GPS Bewegungsprofile einzelner Tiere und Umweltparameter wie Temperatur oder Niederschlag.

00:19:53: Das Problem dabei Diese Datenmengen sind für klassische Auswertungsverfahren natürlich viel zu groß.

00:19:59: Kein Mensch kann tausende Stunden Aufzeichnungen, Sichten segmentieren und vergleichen – auch nicht wenn man noch so viele Studentinnen und Studenten dafür einspannen kann!

00:20:10: Und genau hier beginnt eben deshalb der Einsatz von maschinellen Lernverfahren.

00:20:15: Künstliche Intelligenz wird dabei nicht als autonomes System verwendet sondern als analytisches Werkzeug.

00:20:22: Wir kennen das aus vielen anderen wissenschaftlichen Bereichen auch.

00:20:25: Man kann mit KI wiederkehrende Muster identifizieren, sie hilft dabei, Lauttypen nach statistischer Ähnlichkeit zu kopieren und kann subtile Variationen sichtbar machen die im Spektrogramm sonst kaum auffallen würden.

00:20:41: Wo die KI schon wirklich helfen kann ist dass wir Daten vermehren augmentieren.

00:20:47: Das heißt bei den Elefantenlauten versuchen wir jetzt lauter auch synthetisch herzustellen Das heißt, mit dem Computer eine Elefantenserie sozusagen.

00:20:55: Das basiert mal auf den ganzen Daten die wir haben.

00:20:58: dann laufen die Modelle und versuchen das zu rekonstruieren.

00:21:01: Und dann müssen aber auch schauen wie natürlich klingt das?

00:21:04: Das heißt sie müssen schon hergehen und einen Elefanten-Test und schon wie reagieren die auf diese synthetischen Laute im Vergleich zur künstlichen Lauten?

00:21:13: weil wenn wir da mal die synthetische Laute haben und es klingt tatsächlich wie ein Elefante dann kann man wirklich viel austesten.

00:21:20: Dann kann man ja gezielt etwas verändern in dem Laut und schauen, okay der Laut bedeutet das?

00:21:26: Wenn ich jetzt die Frequenzveränderer oder die Modulation wie reagiert Elefant Dan?

00:21:32: Also dann kann ich wirklich reingehen und schauen.

00:21:35: können wir verstehen wie Elefanten die Informationen kodieren da drinnen.

00:21:39: Ein digitaler Elefantswilling oder wie Angela Stöger es nennt eine Elefanteserie ist natürlich ein Superwerkzeug für gezielte Experimente.

00:21:50: Wenn ein Algorithmus beispielsweise zwei Untertypen eines Rumbles unterscheidet, stellt sich die Frage reagieren Elefanten unterschiedlich darauf?

00:22:00: Hier kommen synthetische Laute ins Spiel.

00:22:03: Auf Basis realer Aufnahmen lassen sich künstliche Signale erzeugen bei denen einzelne Parameter kontrolliert verändert werden.

00:22:12: Dadurch wird experimentell überprüfbar, welche akustischen Elemente tatsächlich relevant sind.

00:22:18: Und das ist ein ganz entscheidender Schritt!

00:22:20: Statt nur zu beobachten und zuzuhören wie Elefanten kommunizieren kann man gezielt einzelne Variablen verändern und die Reaktion an den Elefantentesten.

00:22:31: Gleichzeitig zeigt es aber auch schon wieder die Grenzen der Technik.

00:22:36: Bedeutung entsteht ja eben nicht allein aus der Akustik, sondern aus dem Kontext, aus Körpersprache und der ganzen Situation.

00:22:44: Ein Rumble im Ruhe-Modus kann natürlich etwas anderes bedeuten als derselbe laut in einer vielleicht stressigeren Situation.

00:22:52: KI kann Muster erkennen – sie kann den Kontext aber nicht verstehen.

00:22:56: Deshalb bleibt Feldforschung weiterhin unverzichtbar.

00:23:00: KI erweitert die Werkzeuge ersetzt aber nicht die Rolle der Verhaltensbiologinnen und Biologen.

00:23:07: Falls sich jemand dabei denkt, naja das ist ja ganz interessant wie Elefanten miteinander kommunizieren aber ist es auch wirklich wichtig?

00:23:16: Da gibt's eine ganz einfache Antwort drauf!

00:23:19: Ja!

00:23:20: Und zwar nicht nur für den Fortschritt der faszinierenden Tierkognitionsforschung, Elefante zählen nämlich auch zu den sogenannten Schlüsselarten.

00:23:30: Genau, nicht nur Rüsselarten sondern eben auch Schlüsselarten.

00:23:34: Die ökologische Rolle der Elefanten ist nämlich außergewöhnlich.

00:23:38: sie prägen die Landschaft und helfen damit zahlreichen anderen Arten auf sehr vielfältige Weise.

00:23:44: ihre Wanderbewegungen beeinflussen die Verteilung von Ressourcen im gesamten Ökosystem sagt Angela Stöger.

00:23:51: Elefanten sind aufgrund von ihrer Größe, große Herbe.

00:23:55: Wohin sie sind Landschaftsgestalter?

00:23:56: Elefante stoßen Bäume um.

00:23:59: Elefanden machen Wanderpfeide die auch von vielen anderen Tieren genutzt werden.

00:24:04: Die großen sehr schnelllebigen Bäume wären häufig umgestoßen und gefressen.

00:24:08: Dadurch kommen wieder Pflanzen hoch, die mehr Licht brauchen, die sonst nicht die Möglichkeit hätten.

00:24:14: also Sie halten diese Wanne offen.

00:24:16: Also sie sind wirklich Landschaft gestalter und da profitieren natürlich viele andere Tiere auch an dem Habitat, das eben gestaltet wird dadurch.

00:24:25: Sie sind natürlich auch gute Verbreiter von Samen – sie fressen viel und wandern weit.

00:24:30: Das heißt im ganzen Ökosystem haben sie eine sehr wichtige Rolle oder auch Wasser.

00:24:34: Teilweise graben sie nach Wasser können andere Tiere davon

00:24:37: profitieren.".

00:24:39: Wie wir jetzt schon besprochen haben spielt Kommunikation bei den Elefanten eine wichtige Rolle weil sie Wanderbewegungen, Ressourcennutzung und Gruppenkoordination steuert.

00:24:49: Bessere Kenntnisse über diese Prozesse können also auch dabei helfen Schutzmaßnahmen gezielt dazu verbessern, etwa durch akustisches Monitoring oder durch das Verständnis von Wanderkorridoren.

00:25:03: Und letztlich geht es auch darum Konflikte zwischen Menschen und Elefanten zu entschärfen.

00:25:09: In vielen Regionen Afrikas und Asiens überschneiden sich Elefantenkorridore ja mit landwirtschaftlich genutzten Flächen – und das führt immer wieder zu Konflikten zerstörte Felder, Gefährdung von Menschen, Stress für die Tiere menschliche Gegenreaktionen und ein besseres Verständnis der elefanten.

00:25:27: Kommunikation kann dabei helfen solche Stresssituationen frühzeitig zu erkennen und vielleicht so vermeiden.

00:25:34: Akustische Veränderungen könnten zum Beispiel anzeigen wann Gruppen in erhöhter Erregung sind oder andere Beobachtungen können zeigen ob sie sich in Richtung von Siedlungsgebieten bewegen.

00:25:45: Wenn wir über all das sprechen, über Artenschutz-, Elefantentonarchie für KI-Analysen und Feldstudien, dann sprechen wir auch über Forschung die einen langen Atem braucht.

00:25:56: Elefantenkommunikation zu entschlüsseln heißt über Jahre hinweg Datenzusammeln, Tiere zu beobachten und zu dokumentieren, Hypothesen zu entwickeln und auch Rückschläge auszuhalten.

00:26:08: Frauen mussten in der Biologie lange Zeit auch größere Hürden nehmen als männliche Kollegen.

00:26:15: Die Biologie ist einfach mit einem sehr hohen Anteil an Studentinnen.

00:26:20: In höheren akademischen Positionen, ist das Geschlechterverhältnis aber weiterhin sehr unausgeglichen.

00:26:27: Angela Stöger sieht immerhin deutliche Verbesserungen in den letzten Jahren.

00:26:31: Ich denke es wird auf jeden Fall besser und da sieht man auch an den Zahlen der ProfessorInnen.

00:26:36: Das gibt vor zehn gut zehn-fünfzehn Jahren.

00:26:39: was tatsächlich?

00:26:40: so dass In der Biologie vor allen Dingen, das ist natürlich von Sparte zu Sparte ein bisschen verschieden.

00:26:46: Aber in der Biologie hatten wir tatsächlich so eine Schere, dass wir deutlich mehr Studentinnen hatten die bekommen haben, sagen wir mal vereinfacht gesagt, die Zahlen, achtzig Prozent Studentinnen, zwanzig Prozent männliche Studierende und dass das dann im Endeffekt bei der Professoren schichtgenau umgekehrt war.

00:27:03: Die permanenten Jobs, die wirklich an die Professoren Job sind dann immer eigentlich bei Männern gelandet.

00:27:10: Warum das so ist hat natürlich einerseits zu tun, dass dann irgendwann die Familienplanung ist.

00:27:15: Also auch bei den PhD-Studenten, die das Doktorat machen sind auch noch sehr viele Weihbestudierende.

00:27:22: Dann zu dem Postdocs oder wirklich Arbeit.

00:27:24: Das ist auch noch gleich und dann wird es immer weniger.

00:27:27: Da wird jetzt aktiv dagegen gearbeitet.

00:27:30: D.h.,

00:27:30: die Uni Wien vor allen Dingen schaut tatsächlich, dass ein gewisser Prozentsatz schon auch Frauen sind Und das gilt natürlich immer, und es ist immer schwierig zu sagen.

00:27:40: Bei gleicher Qualifikation muss die Frau genommen werden aber das ist immer schwieriger.

00:27:44: Das ist eine gleiche Qualifikion.

00:27:46: Als Frau hat man vielleicht das Problem dass man weniger einfach reisen kann, dass man auch weniger flexibel ist wenn man dann Familie plant.

00:27:53: Auf der anderen Seite weiß ich, dass es auch für männliche Kollegen in der Wissenschaft, das ist generell in der Wissenschaft schwierig Fuß zu verfassen.

00:28:00: Aber man weiß auch, Peppers bei den Gutachten oftmals in einem gewissen Bayer gibt, ob eine Autorin oder ein Autor ist.

00:28:09: Aber da arbeiten wir hart dagegen und aus meiner persönlichen Erfahrung ist das durchaus etwas was sich verbessert und wo man die richtige Tendenz

00:28:18: sieht.".

00:28:19: Es gibt aber noch immer viel zu tun schon lange bevor junge Menschen an die Universität kommen.

00:28:26: Angela Stöger beobachtet durchaus Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Studierenden etwa wenn es um das Selbstbewusstsein bei technischen Fähigkeiten geht.

00:28:36: Aber Frauen haben natürlich, wir arbeiten schon anders.

00:28:39: also ich denke es gibt schon Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

00:28:42: Frauen sind vielleicht geduldiger manchmal was gerade in der Verhaltensbiologie von Vorteil sein kann.

00:28:49: Studentinnen trauen sich manchmal weniger zu durchaus.

00:28:52: Also da ist das Selbst-Bewusstsein manchmal geringer vor allen Dingen jetzt wo auch in der Biologie die Technik immer mehr Ein Zug hält.

00:29:00: Also es ist schon immer mehr Machine Learning wird schon vorausgesetzt, dass Studierende sich auch in der Biologie damit auseinandersetzen.

00:29:08: Und was redet die erfolgreiche Forscherinnen und jungen Frauen, die in ihrem Feld Karriere machen wollen?

00:29:13: Durchhalten – nicht aufgeben.

00:29:15: Aufgeben tut meinem Brief!

00:29:17: Es gibt viele Rückschläge und man muss sich bewusst sein das viel schief geht und man sieht ja jetzt meine Laufbahn.

00:29:26: Man sieht ja immer nur die Erfolge Die vielen Fehlschläge, die auch uns Professoren passieren oder die mir im Laufe der Zeit passieren.

00:29:35: Wenn ich einen Antrag bewillig bekommen habe vielleicht drei andere abgelehnt bekommen.

00:29:40: also dass man sich bewusst macht es klappt auch bei mir nicht alles oder es klappt auch bei dem erfolgreichsten Walten nicht alles.

00:29:47: Die haben's halt wirklich immer wieder versucht.

00:29:49: Scheitern ist normal aber man muss daraus lernen und durchhalten.

00:29:53: Das lassen wir jetzt mal so stehen und das gilt sicher nicht nur für die Biologie.

00:29:58: Für heute sagen wir Danke fürs Zuhören!

00:30:01: Und wir freuen uns, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid bei Ritzel der Wissenschaft.

00:30:06: Jeden zweiten Mittwoch überall, wo es Podcast gibt – ich bin David Renert

00:30:10: und ich bin Tanja Traxler.

00:30:12: Diese Folge wurde von Christoph Neu wird produziert.

00:30:14: Bis zum nächsten mal!

00:30:16: Bis dann!

00:30:17: Ist das

00:30:19: die Höhung?

00:30:20: oder

00:30:21: fühlt es sich?

00:30:23: Es klingt, dass

00:30:27: der

00:30:28: Streit

00:30:29: zwischen

00:30:30: diesen

00:30:30: beiden

00:30:33: Sensoren ziemlich

00:30:36: fuzzig ist.