Der STANDARD-Podcast über die ungeklärten Fragen der Menschheit
00:00:03: Dieser Podcast ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung.
00:00:12: Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Standard.
00:00:46: dem Standard-Podcast über die großen Fragen der Menschheit.
00:00:50: Ich bin David Renert
00:00:51: und ich bin Tanja Traxler, wir beschäftigen uns jeden zweiten Mittwoch mit den ganz Großen und ganz kleinen Mysterien in unserem Universum.
00:01:00: Heute begeben wir uns sozusagen an die vorderste Front der Weltraumforschung!
00:01:05: Wir sprechen über Exoplaneten und gehen der Frage nach wie können wir die Atmosphären ferner Welten erforschen?
00:01:15: Seit Monaten diskutiert die Fachwelt über diesen Exoplaneten, der etwa hundertundzwanzig Lichtjahre von uns entfernt ist.
00:01:24: Er kreist in der sogenannten habitablen Zone um seinen Stern – das es eben diese genau richtige Umgebung oder Entfernung vom Stern in der theoretisch flüssiges Wasser auf der Oberfläche des Exoplanets existieren könnte!
00:01:42: Das ist aber nicht das Einzige, was diesen Planeten interessant macht.
00:01:46: Beobachtungen des James Webb-Weltraumteleskops haben im Vorjahr Hinweise auf Moleküle geliefert, die auf der Erde mit biologischen Prozessen verbunden sind.
00:01:58: Schnell war da natürlich von möglichen Biosignaturen die Rede!
00:02:03: Wir haben auch schon in einer früheren Podcastfolge über diesen Planetten und die vermeintlichen oder womöglichen Biosignaturengesprochen.
00:02:10: Dieser Planet K-II, A-B ist vermutlich wasserreich und hat etwa die zehnfache Erdmasse.
00:02:18: Er umkreist einen eher kleinen Stern.
00:02:22: Die große Frage war im Vorjahr nach dieser Veröffentlichung wird dieser Exoplanet vielleicht das erste Objekt sein auf dem Leben fern ab der Erde erkannt werden könnte?
00:02:34: Ich muss leider sagen es sieht gar nicht danach aus inzwischen.
00:02:38: Schade!
00:02:38: Ja durchaus schade.
00:02:40: Die Skepsis unter Forschenden war von Anfang an sehr groß.
00:02:44: Dazu gesagt, auch von den Studienautoren selbst wurde das nicht behauptet, dass da jetzt Biosignaturen eindeutig entdeckt wurden.
00:02:51: aber inzwischen ist klar, dass eben das gemessene Signal vor allem dieser verdächtigen Verbindung die Methylsulfid statistisch nicht belastbar war.
00:03:01: Das heißt es ist eigentlich kein eindeuter Nachweis, dass dieses Molekül wirklich dort verhanden ist.
00:03:07: Zudem haben andere Forscher aufgezeigt Wenn es dieses Molekül wirklich geben sollte in der Atmosphäre dieses Exoplaneten, dann gäbe es durchaus auch andere Erklärungen als Leben.
00:03:20: Also auch andere chemische Prozesse könnten dafür verantwortlich
00:03:24: sein.".
00:03:24: Aber nichtsdestotrotz bleibt der Exoplanet K-II-Achzin B interessant und wird Forschende mit Sicherheit noch weiter beschäftigen?
00:03:33: Denn der Fall zeigt auch eindrücklich, wie wichtig es ist die Atmosphäre von Exoplaneten zu analysieren und was das für ein schwieriges Unterfangen ist.
00:03:43: Atmosphärenforschung bei Exoplanetten ist nicht nur die beste Chance, um Leben außerhalb unseres Sonnensystems zu finden.
00:03:53: Die Zusammensetzung außerirdischer Atmosphären verrät auch viel über die Entstehung von Planetensystemen und liefert Erkenntnisse, über die mit unter extremen Klimabedingungen auf diesen fernen Welten.
00:04:08: Exoplaneten sind so weit entfernt, dass selbst die leistungsfähigsten Teleskope sie kaum direkt abbilden können – für alles andere sind Sie sowieso viel zu weit weg!
00:04:17: mit Sonden hinzufliegen und Proben zu nehmen oder direkt etwas zum Messen ist auf absehbare Zeit leider gar keine Option.
00:04:25: Was Astronomen und Astronomen aber tatsächlich messen können, ist Licht – genauer gesagt winzige Veränderungen im Licht eines Sterns.
00:04:35: wenn ein Planet aus unserer Sicht oder aus Sicht des Teleskops vor diesem Stern vorbei zieht!
00:04:41: und aus den minimalen Veränderungen, die dabei entstehen versuchen Forschende Informationen über diesen Planeten herauszulesen aber auch ob er eine Atmosphäre besitzt und welche Gase sich in dieser Atmosphere befinden könnten.
00:04:55: Das bedeutet auch diese Messungen sind indirekt und jede Interpretation es logischerweise mit Unsicherheiten verbunden.
00:05:04: Gleichzeitig hat sich unser Bild ferner Planeten in den vergangenen Jahren radikal verändert.
00:05:10: Lange ist man davon ausgegangen, dass unser Sonnensystem eine Art Blaupause ist auch für andere Planetensysteme.
00:05:19: Heute wissen wir aber das es da draußen Welten gibt mit Temperaturen von tausenden Grad, mit extremen Stürmern oder ewigen Tagen und Nächten und möglicherweise sogar Wolken aus
00:05:34: Edelsteinen.
00:05:36: Theoretisch sollten solche Wolken auf extremen Heißen Exoplaneten tatsächlich existieren, in denen dann quasi verdampfte Mineralien statt Wasser kondensieren und also eine Art Edelsteinregen auch wieder aus der Atmosphäre fallen könnten.
00:05:53: Diamanten, Saphire, Rubine zum Beispiel.
00:05:57: Direkt nachweisen lassen sich solche exotischen Wolken bisher noch nicht.
00:06:02: Wie genau untersucht man Atmosphären von Exoplaneten überhaupt?
00:06:06: Das haben wir die Astrophysikerin Christiane Helling gefragt.
00:06:09: Sie ist Direktorin des Grazer Instituts für Weltraumforschung der österreichischen Akademie der Wissenschaften und befasst sich in ihrer Forschung mit Wetter, Klima- und Wolkenbildung in den Atmospheren von Exoplaneten.
00:06:22: Also wir verwenden bodengebundene oder Weltraumteleskope um das Planetensystem selbst zu... wenn wir es einmal gefunden haben, wissen wir wo sie sich befindet und können dann wieder zurückgehen.
00:06:36: Und was wir im Wesentlichen tun, wir beobachten die Photonen das Licht, was von dem Stern ausgesendet wird und wie dieses durch die Existenz des Planeten verändert wird.
00:06:47: Also ganz einfach gesprochen der Planet zieht vor dem Stern vorbei und dadurch verdunkelt sich die Lichtmengen, die wir hier messen können entsprechend der Größe des Planets.
00:06:57: Das Spannende dabei ist nun, dass man je nachdem in welcher Wellenlänge – also in welchem Energiebereich – dieses Experiment durchführt der Planet verschiedengroß erscheint.
00:07:08: Und das ist genau dann der Moment wo wir nicht nur die Existenz seiner Atmosphäre sondern auch deren Zusammensetzung analysieren können.
00:07:17: Wir machen dieses Experiment eben in verschiedenen Wellenlängen und können dann einfach zusammensetzen, wie tief wir je nachdem, in welche Wellenlinge wir schauen.
00:07:24: In diesen Planet hineinschauen und man kann da tatsächlich zum Beispiel molekulare Feature-Absubstionsfeatures so herausfiltern.
00:07:33: Diese sogenannte Transitmethode, die Christiane Helling hier beschreibt ist einer der wichtigsten Methoden der Exoplanetenforschung überhaupt.
00:07:42: Damit wurden nicht nur Tausende Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt – also es ist die wichtigste Methode um Exoplanete erst mal aufzuspüren.
00:07:53: aber das Sternenlicht verrät auch noch weitere Informationen als die pure Anwesenheit etwa über die Größe des Planeten, seine Umlaufzeit und auch den Abstand zu seinem Stern.
00:08:05: Manchmal sogar über die Temperaturdichte oder eben Bestandteile der Atmosphäre.
00:08:10: Das klingt ja relativ einfach ist es aber nicht ganz besonders eben wenn's um die Atmospheren geht.
00:08:17: Gemessen werden ja Unterschiede in den Lichtsignalen und diese Unterschiede sind oft extrem klein.
00:08:24: manche Moleküle hinterlassen nur minimale Spuren im Spektrum eines Sternes.
00:08:29: Gleichzeitig müssen Forschende aber immer unterscheiden, welche Signale tatsächlich von der Atmosphäre eines Planeten stammen und welche möglicherweise durch Instrumente selbst, durch Messfehler oder durch statistische Schwankungen entstehen.
00:08:43: Und wie zuverlässig solche Messungen dann tatsächlich sind hängt stark davon ab mit welchen Instrumenten beobachtet wird und auch in welchem Wellenlängenbereich.
00:08:54: Manche Moleküle lassen sich im sichtbaren Licht besser erkennen, andere wiederum zum Beispiel im infraroten Bereich.
00:09:01: Gleichzeitig werden die Signale dort oft schwächer und die Unsicherheiten damit größer.
00:09:08: Dazu kommt dass unterschiedliche Teleskope, unterschiedliche Stärken und auch Grenzen haben, sagt Christiane Helling.
00:09:16: Eigentlich ist das Experiment ja auch super einfach also... Man tut das Gleiche in verschiedenen Wellenlängen.
00:09:22: Aber die Herausforderung ist, dass ja nicht jedes Teleskop sowohl Boden gebunden als insbesondere Boden gebundet aber auch die Weltraumteleskope im gleichen Energiebereich beobachten können.
00:09:32: Das heißt, wenn ich eine wiederholbare Messung tatsächlich durchführe dann sind die Messungen sehr zuverlässig.
00:09:39: Und das ist ja auch die Grundlage einer wissenschaftlichen Arbeit also Ergebnisse so zu präsentieren dass sie von Kollegen wiederholt und damit verifiziert werden können weil jetzt kommt es wieder darauf an in welchem Wellenlängdbereich wir uns bewegen.
00:09:53: im optischen funktioniert das hervorragend aber je weiter wir in den infraroten Bereich gehen umso lichtschwacher werden die objekte die halt von dem Planeten umkreist werden.
00:10:03: Und umso größer wären die Fehlerbalken, die dann eben jedem Messpunkt inne sind und dadurch wird die Interpretation schwieriger.
00:10:11: also die Beobachtung und der Einfang der Photonen in verschiedenen Energiebereichen ist eigentlich nur ein erster Schritt, ein wahnsinnig wichtiger und natürlich der Schlüssel zum Ganzen.
00:10:23: aber was dann folgen muss?
00:10:24: es eine wissenschaftliche Interpretion und hier kommt es total darauf an wie genau die Messungen durchgeführt werden können.
00:10:31: Unsicherheiten gehören ganz grundsätzlich zur Forschung dazu, auch zur Exoplanetenforschung.
00:10:37: Es geht meistens eben nicht darum endgültige Antworten zu finden sondern es geht um Annäherungen, um Modelle-Wahrscheinlichkeiten und um den Versuch aus sehr begrenzten Daten ein möglichst konsistentes Bild zu rekonstruieren.
00:10:52: Gleichzeitig hat sich genau durch diese Messungen unser Verständnis von Planeten in den vergangenen Jahren radikal verändert
00:11:00: Denn lange ist man davon ausgegangen.
00:11:03: Wir haben das vorhin schon kurz erwähnt, dass unser Sonnensystem irgendwie typisch ist – also kleine Steinsplaneten innen große Gasriesen weiter außen.
00:11:13: Doch je mehr Exoplaneten entdeckt worden sind, desto offensichtlicher wurde uns, dass viele Exoplanete völlig anders sind
00:11:23: als
00:11:23: alles was wir aus dem Sonnennsystem kennen.
00:11:26: Und damit stellen sich viele neue Fragen.
00:11:29: eine davon Wenn diese Welten so anders funktionieren als unsere Planeten, wie sehen dann ihre Atmosphären überhaupt aus?
00:11:47: Das Sonnensystem ist also keine Blaupause.
00:11:50: Heute kennen Astronomen und Astronomen Gasriesen die ihren Stern in wenigen Tagen umkreisen und dabei Temperaturen von weit über tausend Grad erreichen.
00:12:01: Manche Planeten rotieren vermutlich gar nicht mehr frei sondern zeigen ihrem Stern immer dieselbe Seite ähnlich wie der Mond der Erde.
00:12:10: Dadurch entstehen natürlich extreme Temperaturunterschiede, auf der einen Seite eine dauerhaft glühend heiße Tagseite und dann auf der Rückseite extrem kalte Nacht.
00:12:25: Solche Bedingungen verändern natürlich auch die Atmosphären
00:12:28: fundamental.".
00:12:30: Dazu kommt das Exoplaneten ja oft Sterne umkreisen, die sich stark von unserer Sonne unterscheiden.
00:12:36: Manche sind deutlich heißer, andere wesentlich kühler oder viel aktiver als unsere Sonne.
00:12:43: Auch dadurch entstehen völlig neue Bedingungen unterschiedliche Strahlungsumgebungen.
00:12:48: für die Atmosphärenforschung bedeutet das alles – man kann nicht einfach Modelle aus dem Sonnensystem auf diese Welten übertragen!
00:12:56: Viele Prozesse laufen dort unter Bedinglungen ab, die wir aus unserem eigenen Planetensystem einfach nicht kennen….
00:13:02: Eine wichtige Erkenntnis war deshalb, dass Exoplaneten sehr unterschiedliche Klimaregime entwickeln können.
00:13:09: Also großkalige atmosphärische Zustände die bestimmen wie Energie transportiert wird?
00:13:16: Wie Winde entstehen oder wie chemische Prozesse ablaufen?
00:13:20: Einer der großen Erkennnisse der letzten Jahre ist das es auf Exoplanetten verschiedene Klima-Regime gibt.
00:13:27: Natürlich sprechen wir auch von Klimaregimen oder können wir auch vom Klima-Regime bezüglich der Planetene Sonnensystems sprechen, aber die Klimaregime auf Exoplaneten sind so krass verschieden von dem was wir hier kennen dass das schon sehr einmalig ist.
00:13:39: Also diese Klima Regime finden wir im Sonnendesystem gar nicht und der Grund dafür ist, dass diese extrazularen Planeten eben verschiedene zentral gestörende Umkreisen in verschiedenen Abständen.
00:13:49: So als wir reden kühleren Objekten, die halt sehr weit von dem Zentralgestörm sich entfernt befinden und dadurch eine relativ homogene Atmosphäre haben.
00:13:58: Bisschen zu jenen, die sehr nah an den Zentralgeschirmen sich befinden.
00:14:03: Und dadurch einen enorm hohen Strahlungsenergie von dem Zentralgestoern empfangen und dadurch zum Beispiel einer unglaublich heiße Tagesseite haben und eine unglaubliche kalte Nachtseite.
00:14:13: das führt zu enormen Stürmen.
00:14:16: Viele Exoplaneten befinden sich in physikalisch extremen Umgebungen.
00:14:20: Das macht auch die Atmosphärenforschung so schwierig.
00:14:24: Selbst grundlegende Prozesse wie Wolkenbildung oder chemische Reaktionen laufen dort unter völlig anderen Bedingungen ab, das bedeutet aber auch dass diese Atmospher zu einer Art Labor für Physik und Chemie unter ganz extremen Bedingung werden, die Forschende beobachten können oder modellieren können und dort Prozesse simulieren oder beobachten können, die im Sonnensystem entweder gar nicht vorkommen oder eben nur sehr eingeschränkt.
00:14:52: Eine überraschend wichtige Rolle dabei spielen wollten!
00:14:57: Denn sie verändern nicht nur das Klima eines Planeten – Sie bestimmen auch wie viel wir von seiner Atmosphäre überhaupt sehen können….
00:15:05: Die Herausforderung ist viel gestalt.
00:15:07: Zum einen bedeutet das, wenn diese Planeten Wolken haben kann man weniger tief in die Atmosphäre hineingucken.
00:15:12: Das heißt man sieht einfach nur einen sehr begrenzten Anteil der Atmosfiere und dessen muss man sich erst mal bewusst sein.
00:15:17: also wenn ich mir jetzt überlege wieviel Wasser hat dieser Planet?
00:15:21: Und ich kann aber nur bis zur oberen Wolkendecke schauen.
00:15:23: Es ist klar, dass sich nicht gegen den gesamten Wasserhaushalt des Planeten verifizieren kann.
00:15:27: Das ist wie auf der Erde so wechselwirken auch in jedem anderen Planeten diese Wolken mit ihrer Umgebung und eine wichtige Sache ist das alles was in Wolken kondensiert genau wie auf die Erde nicht mehr in der Gasphase vorhanden ist.
00:15:40: Spannend es vielleicht auch sich vor Augen zu führen, dadurch dass wir so unterschiedliche Klima- und damit Temperatur und thermodynamische Regime haben Die chemische Zusammensitzung nicht nur der Atmosphäre sich ändert, aber eben auch der Wolken.
00:15:54: Wir sprechen hier von Mineralwolken und wenn man das etwas weiter durchdenkt kann man durchaus auch von Edelstein-Wolken sprechen.
00:16:01: Über Edelstein-WOLKEN haben wir vorhin schon kurz gesprochen.
00:16:05: die Erforschung solcher Phänomene ist nicht nur für die Astronomie interessant.
00:16:09: um solche Atmospheren überhaupt modellieren zu können müssen Prozesse verstanden werden die unter Bedingungen stattfinden nicht direkt beobachtbar sind.
00:16:21: Vieles passiert deshalb auf Simulationen und auf grundlegender Materialphysik, von den Ergebnissen können auch wir hier auf der Erde
00:16:29: profitieren.".
00:16:39: Titan-Dioxid, Aluminium-Oxideneisen möglicherweise.
00:16:44: Und das sind natürlich Materialien die auch für die Erde von Wichtigkeit sind und wir sehen auch schon dass wir durch die notwendigen Simulationen da das wissen, dass vielleicht sogar den Ingenieuren auf der Erde dann zur Verfügung steht erweitern.
00:17:08: Wir haben bisher vor allem über die Gasplaneten gesprochen, die auch deutlich leichter zu beobachten sind.
00:17:14: Bei kleineren Erdähnlichen Planeten zeigt sich sogar noch mehr Wie schwierig die Forschung ist.
00:17:21: Denn selbst die Existenz einer Atmosphäre lässt sich dort oft nur mit großer Unsicherheit nachweisen.
00:17:29: Trotzdem stehen genau diese Planeten besonders im Fokus, denn schließlich stehen sie auch im Zentrum der Suche nach außerirdischem Leben.
00:17:39: Deshalb sorgen einzelne Messergebnisse immer wieder für große Aufmerksamkeit wie etwa beim vorhin schon erwähnten K-II-Achzin B. Noch vor ein paar Jahren gab es solche Beobachtungen gar nicht.
00:17:53: Daran zeigt sich auch, wie schnell sich die Exoplanetenforschung derzeit entwickelt.
00:17:57: Neue Teleskope liefern immer präzisere Daten, stoßen aber gleichzeitig auch schon wieder an neue Grenzen.
00:18:04: Was es braucht um die Forschung in diesem Bereich einen großen Sprung weiterzubringen hat kürzlich Thomas zur Buchung skizziert Der Schweizer Astrophysiker und frühere Wissenschaftschef der NASA war auf Einladung der österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien.
00:18:20: Die Tatsache ist, seit fünf Jahren oder so ist die Diskussion über die Planetare, also über Exoplanetenatmosphären sind nicht mehr nur über Theorie sondern jetzt über Daten.
00:18:34: Und das ist ein Riesenschritt vorwärts.
00:18:36: Um wirklich das richtig zu tun, müssen wir andere Teleskope bauen.
00:18:40: es gibt mindestens zwei Ideen.
00:18:41: ich spreche über eines und das ist wie ein James Webb dass ein wenig grösser ist aber viel viel stabiler.
00:18:49: wenn wir das Bauen dann wenn wir quasi wegstehen von der Erde Weit weg zu den nächsten Sternen würden wir das Sonnensystem so beobachten.
00:18:59: Sie sehen Jupiter, sie sehen Saturn da draußen und ganz zunächst seht ihr die Erde und Mars wie sie ab und zu von diesem Stern wegkommen.
00:19:09: Wir bremsen das Licht des Sternes und wir können zum ersten Mal mit dem fiktiven Teleskop, das wir noch nicht gebaut haben, wirklich Paneten mit unseren Beobachtern.
00:19:21: In der Zukunft wissen noch nicht, wie man den baut.
00:19:24: Ja ein anderes Problem mit den heutigen Instrumenten ist auch dass viele Messungen über lange Zeiträume hinweg entstehen.
00:19:32: unterschiedliche Instrumente beobachten in unterschiedlichen Wellenlängen Bereichen.
00:19:36: das haben wir schon erwähnt vorher aber zwischen den Beobachtungen liegen oft auch lange Zeiträume Monate oder noch länger für Atmosphären die ja dynamisch sind und sich ständig verändern Besonders große Herausforderung, sagt Christiane Helling.
00:19:53: Das heißt unsere Kollegen beobachten möglicherweise im Abstand von einem halben Jahr.
00:19:57: Wenn man sich jetzt aber überlegt was das für Atmosphären und Exoplaneten bedeutet dann wird einem klar dass in einem Zeitraum von einem Halbjahr oder seien es Monate Prozesse sich völlig geändert haben.
00:20:09: Wettersystem erändern sich im Laufe von Tagen unter Monaten Klimazustände ändern sich über Monate oder auch Jahre im Sonnensystem.
00:20:16: Das heißt, was wir hier bereuchten wäre eine Mission die einen großen Wellenlängenbereich gerne vom optischen Business-Infrarote simultan beobachten kann.
00:20:28: Und warum ist das so wichtig?
00:20:29: Weil wir eben zeitabhängige Prozesse haben in den Atmosphären von Exoplaneten und diese Prozese in verschiedenen Bereichen der Atmosphere stattfinden und dadurch eben in verschiedene Wellenlagenbereichen beobachtbar sind.
00:20:46: Mit einer simultanen Beobachtung über einen großen Wellendenbereich und groß bedeutet ihr tatsächlich am liebsten vom UV bis ins Infraroute, würden wir dann verschiedene chemische und physikalische Prozesse gleichzeitig beobachten können.
00:21:00: Und die Kausalität daher direkt vermessen können.
00:21:03: Ich fasse jetzt mal ein bisschen zusammen.
00:21:05: Also Atmosphären von Exoplaneten sind definitiv kein Randthema der Astronomie.
00:21:10: Sie sind zu einem zentralen Forschungsfeld geworden An der Schnittstelle zwischen Astrophysik, Klimaforschung, Chemie- und Materialwissenschaft.
00:21:20: Und in der außerirdischen Atmosphärenforschung liegt vielleicht auch der Schlüssel für die Entdeckung von Leben im All.
00:21:27: Die Exoplanetenforschungen ist auch ein gutes Beispiel dafür wie moderne Wissenschaft funktioniert.
00:21:33: Neue Daten führen nicht automatisch zu eindeutigen Antworten.
00:21:37: Im Gegenteil machen sie die Sache zunächst oft sogar viel komplizierter.
00:21:41: Gleichzeitig entsteht ein Fortschritt genau dadurch, dass es stetig neue Modelle braucht, bessere Instrumente und auch immer präzisere Messungen durchgeführt werden können.
00:21:52: Es verändert sich aber nicht nur die Forschung selbst sondern auch das Umfeld in der sie stattfindet.
00:21:57: Wer heute große internationale Forschungsprojekte leitet oder an der spitze wissenschaftlicher Institutionen steht bewegt sich in einem System, das in den vergangenen Jahren offener und diverser geworden ist gleichzeitig aber weiterhin von strukturellen Ungleichheiten geprägt ist.
00:22:16: Auch darüber haben wir mit Christiane Helling gesprochen.
00:22:19: Frauenentführungspositionen sind weniger, das ist klar wenn man sich das statistisch anschaut und was ich mir wünschen würde ist eine stärkere Vernetzung dieser Frauenentführungsposition so dass man sich gegenseitig unterstützt in Dingen die halt funktionieren die halt gut funktionieren, aber auch wenn man eben Hilfe braucht.
00:22:40: Wenn Dinge gerade mal nicht so gut
00:22:41: funktioniern.".
00:22:43: In vielen wissenschaftlichen Disziplinen sind Frauen heute zwar deutlich sichtbarer als noch vor einigen Jahrzehnten oder sogar Jahren.
00:22:50: Gerade in Führungspositionen oder in technisch geprägten Forschungsfeldern sind Frauen aber weiterhin unterrepräsentiert.
00:22:58: Gleichzeitig wird inzwischen stärker darüber diskutiert, wie Auswahlverfahren, Karrierewege und wissenschaftliche Kultur verändert werden können um eine strukturelle Benachteiligung zu reduzieren.
00:23:11: Was bei uns hier sehr gut funktioniert hat, ist der Ansatz zu unserem jungen Researcher-Programm.
00:23:17: Hier haben wir von Anfang an einen zweistufigen Bewerbungsprozess eingeführt.
00:23:22: Der beginnt mit einem anonymisierten Fragebogen so dass wir von Anfang an versuchen den Bias soweit es geht herauszunehmen, anwohntet bei uns.
00:23:32: Und natürlich geht der, der das Beispiel hört erinnert sich an die New York Philharmonics, die halt das genauso gemacht haben.
00:23:38: um ihrem Orchester eine höhere Diversität zu ermöglichen hat man dann hinter einem Vorhang vorgespielt so dass den Zuhörerinnen nicht bewusst war wer dahinter saß und das hat nachweislich sehr gut funktioniert.
00:23:50: Ja dem haben wir eigentlich auch nichts hinzuzufügen.
00:23:53: Wir bleiben gespannt wie es weitergeht in der Wissenschaft und gerade auch in der Exoplanetenforschung Und sagen für heute vielen Dank fürs Zuhören.
00:24:01: Wir freuen uns, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid!
00:24:05: Jeden zweiten Mittwoch überall wo es Podcast gibt.
00:24:08: Ich bin David Renert
00:24:09: und ich bin Tanja Traxler.
00:24:11: Diese Folge wurde von Christoph Neuwirt produziert.
00:24:14: Bis
00:24:14: zum nächsten
00:24:14: mal!
00:24:15: Bis dann.
00:24:25: Das
00:24:28: Problem mit Exoplaneten ist, dass sie direkt neben einem großen Star sind.
00:24:36: Und das Star überwältigt
00:24:37: den Planeten!